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By Nurmi-Schomers, Susan

ISBN-10: 3484321342

ISBN-13: 9783484321342

ISBN-10: 3484970480

ISBN-13: 9783484970489

This examine examines vintage sleek texts - components of a 'visionary' poetology -, which at the one hand hook up with an idealistic poetics of reminiscence, and at the different create a brand new culture. Rilke's and Benjamin's poetics of reminiscence including Musil's critique of cognition in its essayistic and poetic formulations also are considered within the mild of Marcel Proust's thought of reminiscence. The declare to totality on the foundation of the visions of 'poetic coming of age' detected right here, and the telos which they advance are illuminated severely.

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In Wagner-Egelhaaf: Mystik der Moderne, 16. Überhaupt wohnt der von der Tradition der ›negativen Theologie‹ gesetzten Gottesvorstellung ein hohes Potential für das Paradoxe inne. Wie der bereits zitierte, sehr frühe Vertreter dieser Tradition schreibt: »Sowohl durch Kenntnis als auch durch Unkenntnis erkennen wir Gott. Es gibt von ihm geistiges Begreifen, Verstehen, Wissen, Berührung, Sinneswahrnehmung, Meinung, Vorstellung, Benennung und alles andere, und dennoch wird er weder begriffen, noch erklärt, noch genannt.

Der »fortwährend weiter, ins Unendliche« sich zurückziehende Himmel, der ›vertikale‹ Himmel also, hat zum einen Ähnlichkeit mit dem begrenzten, ›horizontalen‹, unterscheidet sich aber zugleich von ihm insofern, als er auf Grund seiner Tiefendimension für das menschliche Auge nicht fass- bzw. erfassbar ist: In seiner Unendlichkeit unterscheidet er sich von der Begrenztheit des durch zwei Bäume bzw. Wolken abgesteckten, ›horizontalen‹ Himmels. Vor dem thematischen Hintergrund dieses ›Verwirrung‹ stiftenden Erlebnisses lässt sich die Beziehung zwischen ›vertikalem‹ und ›horizontalem‹ Himmel in Analogie setzen zur Beziehung zwischen Gott und Mensch, die im Sinne der negativen Theologie eine der ›unähnlichen Ähnlichkeit‹ ist: So wie der ›endliche‹ Himmel in einer Hinsicht den ›unendlichen‹ nachbildet, bildet der ›endliche‹, will heißen, begrenzte Mensch Gott – als das Unendliche, Unbegrenzte –, nach, aber hinsichtlich ihrer Transzendenz unterscheiden sich der ›unendliche‹ Himmel und Gott vom ›endlichen‹ Himmel, dem ›endlichen‹ Menschen.

So Törleß in Gedanken. Das Unzüchtige an Beineberg scheine sich »[i]n den Händen […] anzusammeln und […] von ihnen wie das Vorgefühl einer Berührung auszustrahlen, das Törleß einen ekligen Schauer über die Haut jagte« (21). « (21) Der »eklige Schauer«, den »das Vorgefühl einer Berührung« Törleß »über die Haut [jagen]« lässt, erscheint jetzt wieder in Form des Schauers, den die Bewegung der Frauenhände auslösen, wenn sie in der Phantasie Törleß »über den Leib jagen«. Eine fast wortwörtliche Kongruenz zwischen der Beineberg geltenden Vorstellung und der Einsamkeitsphantasie ist festzustellen.

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Visionen dichterischen 'Mündigwerdens': Poetologische Perspektiven auf Robert Musil, Rainer Maria Rilke und Walter Benjamin (Untersuchungen Zur Deutschen Literaturgeschichte, Bd. 134) by Nurmi-Schomers, Susan


by Anthony
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